Ninjutsu

Dai-Sho Center
 

Das Dojo

Das Dai-Sho Center steht unter der Leitung von Andrea Rees, welche es 1989 eröffnete.
1996 wurde es von Stephen K. Hayes, einem Pionier des Ninjutsu, buddhistisch geweiht.

Neben Andrea Rees, die sich auch dem Kinder- und Jugendtraining widmet, unterrichtet seit der Eröffnung Stefan Jung Erwachsenengruppen. Seit 1997 unterrichtet Manuel Biele Jugend- und Erwachsenengruppen, während die weiteren Kinder- und Jugendlichengruppen seit 2006 von Patricia Göttlich unterrichtet werden.
Der Unterricht besteht aus einer freundlichen und nicht wettkampforientierten Atmosphäre. Er beginnt mit dem Erlernen einfach nachvollziehbarer Übungen, die man schon nach Beendigung der ersten Trainingseinheit umsetzen und anwenden kann.

Unter der Leitung unserer Trainer wird gemeinsam mit anderen Schülern geübt und sich gegenseitig geholfen, die gezeigten Übungen zu erlernen. Das Training ist anregend, interessant und gefahrlos.


Ninjutsu
 

Historischer Rückblick

Einer der meist gefürchteten und gleichzeitig bewunderten Gestalten des alten Japan ist, neben dem Samurai, der Ninja. Jener geheimnisvolle, sagenumwobene Schattenkrieger, der, wo immer er auftauchte, Angst und Schrecken und manchmal den Tod zurückließ. Die Kunst des Ninjutsu blickt auf eine mehr als neunhundertjährige Vergangenheit zurück. Selbst in Japan gibt es nur sehr wenig Literatur über die Ninja und Ihre geheimnisvolle Kunst. Die Lehren dieses Systems wurden ausschließlich von einigen wenigen Meistern bewacht, die als einzige befähigt waren, das Erbe der Ninja-Krieger weiter zu reichen.
Die Geschichte dieser Kunst ist eng mit der Nation verflochten, in der sie entstand.

Vor Jahrhunderten lebten in den bewaldeten Gebirgsregionen im südlichen Zentraljapan eine Reihe von Großfamilien, die sich der Suche nach Erleuchtung mit Hilfe des praktischen Mystizismus verschrieben hatten.
Das Kernstück dieser Lehre stammte aus China, doch die eigentlichen Ursprünge sind in den tantrischen Lehren aus dem fernen Tibet zu suchen. Diese Mystiker untersuchten die natürlichen Zusammenhänge der Dinge, um daraus ihre eigene Rolle in der Welt und im Kosmos abzuleiten. Das Ziel ihrer Philosophie war die Erleuchtung des Einzelnen, das Erreichen eines kosmischen Bewusstseins und das Vermögen, innerhalb dieses allumfassenden Schemas zu wirken.

Erleuchtung bedeutete eine Loslösung von beschränkten und absoluten Urteilen wie richtig und falsch, fair und unfair. Die sich dauernd wandelnden Resultate sind wichtiger als die Mittel, die man anwendet um sie zu erreichen. Diese moralische Flexibilität stand in direktem Gegensatz zu den Theorien und Philosophien vieler anderer Kampfkünste und es kam nicht selten vor, dass dies falsch verstanden oder gar von Außenstehenden gefürchtet wurde. Aus diesem Grund mussten die Mystikerfamilien Überlebenstraining als notwendigen Teil ihrer persönlichen Entwicklung betrachten.
Ninjutsu bekam, als die Notwendigkeit sich gegen Gefahren zu schützen immer größer wurde, immer stärkere kriegerische Züge. Im Laufe der Jahrhunderte bekamen die Ninja-Familien einen immer besseren Ruf als militärische Spezialisten und fühlten sich immer weniger verbunden mit den mystischen Lehren, für die ihre Väter gekämpft hatten. Körperliche Tricks ersetzten von nun an die natürlichen Fähigkeiten der frühen Ninja-Krieger. Neue Kampfkünste, die auf der Irreführung der gegnerischen Sinne beruhten, gehörten von diesem Zeitpunkt an zum Rüstzeug der Ninja und die unsichtbaren Krieger, einst motiviert von der Liebe zu ihren Familien, wurden nun wegen ihrer Skrupellosigkeit und unbeugsamen Entschlossenheit gefürchtet.

Die Kinder begannen ihr Training sehr früh. Getarnt als Spiele wurden Sprung-, Lauf- und Gleichgewichtsübungen durchgeführt. Im Alter von zehn Jahren fingen sie an Nahkampftechniken und Handhabung verschiedener Waffen zu erlernen. Als Jugendliche brachte man ihnen die Feinheiten der Spionage bei und gab ihnen damit den letzten Schliff für ihr Leben. Ein durchtrainierter Körper und ein ruhiger, erleuchteter Geist kennzeichneten den erwachsenen Ninja. Sein Training beinhaltete nun verschiedene Methoden der Gefahrenerkennung, unterschiedliche Formen der Kriegsführung und die Entwicklung übersinnlicher Kräfte.